Hessische Trinkwasserverordnung ist in Kraft getreten
In der gut besuchten Herbstversammlung der Innung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Gießen konnte Obermeister Michael Berkowski von einer guten Stimmungslage im Handwerk berichten, von der auch das SHK-Gewerk profitiere. Insgesamt seien die Erwartungen gerade im Ausbaugewerbe äußerst positiv. Dies sei auch bei der Delegiertentagung des Fachverbandes Sanitär-Heizung-Klimatechnik Hessen deutlich geworden.
Mit dem Landesverband seien auch die Innungen erleichtert, dass der Zentralverband SHK den Antrag auf eine "gestreckte Gesellenprüfung" zurückgenommen habe, womit es bei der bisherigen Praxis in Ausbildung und Prüfung bleibe. Allerdings müsse in Ausbildung und täglicher Arbeitspraxis die Tatsache berücksichtigt werden, dass zunehmend Gewerke ineinandergreifen, beispielsweise das SHK-und das Elektrohandwerk. Bei Sanitär-, Heizungs- und Klimaarbeiten ist laut Obermeister Berkowski fast immer auch eine Elektrofachkraft von Nöten.
Eine neue Verordnung für Anlagen, die den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen, zum Beispiel Heizöl und ihre Tanks, betrifft und deshalb alle Fachbetriebe angeht, soll eigentlich am 1. Juni 2012 in Kraft treten. Allerdings geht Berkowski davon aus, dass dieser Termin nicht eingehalten werden kann, weil noch zu Vieles in der Umsetzung unklar sei. Das sei jüngst bei einer Podiumsdiskussion mit Staatssekretär Mark Weinmeister vom hessischen Umweltministerium deutlich geworden.
Ebenfalls neugefasst ist die Trinkwasserverordnung, die seit 1. November 2011 in Kraft ist. Eine der Neuerungen sei, dass bei Vermietung nunmehr der Vermieter die Verantwortung für die Wasserversorgung ab dem Hausanschluss übernehmen müsse. Ebenfalls müssen sämtliche Regenwasseranlagen auf privaten Grundstücken, ob alt oder neu, gemeldet werden. Ein verordnungskonformer Umsatz der Richtlinie in die Praxis ist auch für das SHK-Handwerk von Bedeutung. Für Ende Januar/Anfang Februar haben laut Berkowski die Stadtwerke Gießen eine Informationsveranstaltung in Sachen neuer Trinkwasserverordnung angekündigt, die von den Mitgliedsbetrieben besucht werden sollte.
Berkowski sprach sich auch dafür aus, den direkten Kontakt zur Politik auf kommunaler wie auf Landesebene weiterhin zu suchen und zu pflegen. Denn leider würden immer wieder auch das Handwerk betreffende politische und gesetzliche Entscheidungen getroffen, die in der Umsetzung dann nicht selten erhebliche Probleme für das Handwerk offenbarten. Solch negative Folgen im Vorfeld möglichst auszuschließen oder abzumildern, sei bei bestehenden Kontakten zur Politik und zum Gesetzgeber einfacher und erfolgversprechender. Berkowski erinnerte an die Handwerksreform, bei der trotz heftiger Intervention dennoch in zahlreichen Handwerken der Meisterzwang abgeschafft worden sei. Diese teils gravierende Veränderung in den Strukturen habe aber positiverweise dazu geführt, dass mittlerweile der Meistertitel ganz bewusst und vielleicht mehr als früher bei Politik und Verbrauchern als wichtiges Qualitätsmerkmal angesehen und anerkannt werde.
Ehrenobermeister Gerd Euler ist aus dem Vorstand der Innung ausgeschieden. Mit der Nachwahl von Oliver Aff und Jochen Pfannmüller komplettierte die Innung für Sanitär-, Heizungs-und Klimatechnik ihren Vorstand. Die Innung hat in Stadt und Kreis Gießen aktuell 96 Mitglieder.

