Beispielhafte Betriebsübergabe des SHK-Betriebs Rechtenbach-Buttron GmbH in Hungen

Zeigen, wie "Betriebsübergabe/-übernahme" funktionieren kann, Vater und Sohn, Karl-Heinz und Kim Buttron (Foto: Ewert)
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Im Laufe der nächsten Jahre stehen auch im hessischen Handwerk tausende von Betriebsübergaben an - sollten sie denn zustande kommen. Der Meister und Betriebsinhaber erreicht das Rentenalter und sucht für die Fortführung seines Betriebs schon mehr oder weniger lange, aus der Familie oder extern, einen Nachfolger. Beides ist, so die Erfahrung, nicht immer einfach. Nicht selten mit der Folge, dass der „alte“ Meister noch einige aktive Jahre in der Hoffnung dranhängt, nach dem Motto „kommt Zeit, kommt Nachfolger“. Sollte dies trotz aller Bemühungen nicht gelingen, bleibt als traurige Folge am Schluss nur die Aufgabe des Betriebs, der vielfach schon von Vater, Groß- oder gar Urgroßvater gegründet wurde.

Wie eine Betriebsübergabe/-übernahme von der zweiten in die dritte Familiengeneration in beispielhafter Weise und unter Mitwirkung der Betriebsberatung, in diesem Falle jener der Handwerkskammer Wiesbaden, ablaufen kann, wird am Beispiel des handwerklichen Sanitär-, Heizungs- und Lüftungs-Fachbetriebs Rechtenbach-Buttron GmbH in Hungen deutlich.

Arno Rechtenbach, Klempner von Beruf, eröffnete seinen Betrieb im Jahre 1949 in einer ehemaligen Schmiedewerkstatt mitten in dem Kleinstädtchen Hungen im Osten des Landkreises Gießen. „Mit 48 Mark in der Hand“, wie seine Nachfahren berichten. 1953 zogen die Eheleute Rechtenbach ein paar Häuser weiter an den heutigen Standort in die Kaiserstraße, bauten ein Nebengebäude zu Werkstatt, Lager und Garage um. Hier verlegte Arno Rechtenbach - mit dem Meisterbrief in den Sparten Wasser und Klempnerei in der Tasche - seine Tätigkeit zunehmend in den Bereich Heizungsbau, nachdem die reine Klempnerarbeit immer weniger gefragt war.

Karl-Heinz Buttron, Jahrgang 1951 und gelernter Elektriker, wechselte in den 1970er Jahren in die Dienste der Firma Rechtenbach, sattelte beruflich um und erwarb schließlich den Meisterbrief in den Gewerken Gas- und Wasserinstallation sowie im Zentralheizungs- und Lüftungshandwerk. 1982 übernahm er mit seiner Ehefrau Brigitte den Handwerksbetrieb seines Schwiegervaters, erweiterte das Betätigungsfeld des Betriebs und stellte die Weichen für den Fortbestand des Familienunternehmens.

Sohn Kim Buttron, Jahrgang 1986, erlernte den Beruf des Anlagenmechanikers SHK, erwarb 2011 die Meisterqualifikation und stieg mit dieser sowie mit großem Elan und Engagement in den großväterlichen und väterlichen Betrieb ein. Er wurde von seinem Vater Karl-Heinz von der ersten Stunde an in die Führung des Unternehmens eingebunden. Kim eröffnete neben der breiten Angebotspalette des klassischen Sanitär-Heizungs- und Lüftungsgewerks unter den Stichworten Wasserschäden-Komplettabwicklung einschließlich Bautrocknung und Trinkwasserhygiene (Beprobung, Nachuntersuchung) weitere Tätigkeitsfelder. Ist in diesem laut Kim Buttron „hochprofessionellen Dienstleistungsportfolio“ die Zusammenarbeit mit anderen Gewerken wie Malern, Fliesenlegern und anderen erforderlich, geschieht dies nur mit meistergeführten Betrieben.

Unter der Leitung von Kim Buttron hat sich die Auftragslage der Rechtenbach-Buttron GmbH - unter diesem Namen firmiert das Unternehmen seit dem 1. Januar 2017 - verdreifacht. Es war der Wunsch von Karl-Heinz Button, zum 1. Januar 2017 die Verantwortung in Form eines nahtlosen Überganges abzugeben. Die „heiße Übergangsphase“ dazu dauerte zwei Jahre. Denn für eine „saubere Lösung“ müssen viele Faktoren beachtet werden, das war beiden klar: innerbetriebliche Notwendigkeiten; Aspekte, die die Mitarbeiter betreffen; rechtliche und steuerliche Erfordernisse und anderes mehr. Hierbei leistete der Betriebsberater der Handwerkskammer Wiesbaden, Michael Steinert, wertvolle und im Nachhinein als unverzichtbar einzustufende Dienste - bis hin zu einem anlässlich der Neugründung des Familienunternehmens als GmbH zu erarbeitenden Business-Plans. Knapp zwei Jahre nach der erfolgten Übergabe ziehen beide eine positive Zwischenbilanz.

Das gesamte Rechtenbach-Buttron-Team besteht derzeit aus zehn Köpfen, darunter ein Lehrling im Ausbildungsberuf Anlagenmechaniker.

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